Spiritualität in meiner psychotherapeutischen Arbeit

Spiritualität in meiner psychotherapeutischen Arbeit

Spirituelle Erfahrungen können u.A. gemacht werden im Glauben, im Traum, in meditativer Versenkung und unter Drogen. Spiritualität bedeutet für mich das geistige Vordringen in weitere Wirklichkeiten. Ich erreiche damit andere Welten, die ich mit meinem Verstand nie erreichen konnte. Mit Spiritualität kann ich über den eigenen Horizont hinaus schauen. Ein Seins-Zustand, den ich meinen Patienten in der Therapie wünsche. Wenn einzelne Patienten diesen Seins-Zustand erreichen möchten, kann ich sie auf diesem Weg therapeutisch begleiten. Ob sie diesen Zustand erreichen wollen, entscheiden sie selbst. Ich kann nur den Weg dahin ebnen, gehen muss ihn jeder Mensch selbst. Aber bereits mit dem Beschreiten dieses Weges erhält Spiritualität in meiner psychotherapeutischen Arbeit einen hohen Stellenwert.

Spiritualität geht über die Grenzen des eigenen Ich hinaus in größere Wirklichkeiten, in andere Welten. Allerdings können wir diese Welten und Wirklichkeiten mit unseren Sinnesorganen nicht wahrnehmen. Und damit können wir sie auch nicht über die Sinne verinnerlichen. Ihre Wahrnehmung beruht auf  einer von innen kommenden Erfahrung. Auch der Verstand erreicht diese Welten nicht, er kann sie nicht erfassen. Und damit kann er sie auch nicht erklären. Diese anderen Welten sind eine von innen kommende Erfahrung, die uns weder über unsere Sinne noch über unseren Verstand erreicht. Anders ausgedrückt ist spirituelle Erfahrung kein Produkt des Verstandes oder unserer Sinne, sondern eine innere Wirklichkeit. Spiritualität geht über die Grenzen des eigenen Ich hinaus als eine ganz persönliche innere Erfahrung, sie offenbart sich im Traum oder in meditativen Zuständen. Es gibt auch keine Möglichkeit, diese innere Erfahrung bewusst, sozusagen auf Abruf, herbeizuführen. Wir können aber den Weg zu ihr ebnen und damit gute Voraussetzungen für ein Erleben innerer Erfahrung schaffen. Genau so haben viele Menschen, so auch ich, diese Spiritualität der inneren Erfahrung größerer Wirklichkeit individuell erlebt.

Spiritualität in meiner psychotherapeutischen Arbeit als Faszination

Spiritualität, eine innere Erfahrung

Spiritualität und Wissenschaftstheorie

Das Wesen von Spiritualität ist auch mit den uns bekannten Wissenschaftstheorien nicht zu erfassen. Schon Gütekriterien qualitativer Forschung wie Objektivität (Unabhängigkeit von subjektiven Einschätzungen), Reliabilität (Zuverlässigkeit bei Wiederholungen) lassen sich bei individuellen subjektiven Erfahrungen nicht einsetzen. Bereits damit ist auch ein drittes Gütekriterium, die Validität (Gültigkeit) nicht zu erreichen.

Auch ist eine nach Poppers Wissenschaftstheorie notwendige Falsifizierung nicht  möglich, denn ein empirisch-wissenschaftliches System muss an der Erfahrung scheitern können. Gerade mit der Falsifizierung ergibt sich für Popper das Prinzip der empirischen Wissenschaften, was bedeutet, sich auch gegen metaphysische Erklärungssysteme abzugrenzen.  Siehe auch: Problem Falsifikation.

Allerdings geht es bei der Erkundung von Spiritualität genau um diese metaphysische Erkenntnis. Es scheint so zu sein, dass bekannte Wissenschaftstheorien hier nicht weiter helfen. Dabei ist dieses Problem auch in anderen Disziplinen grundsätzlich bekannt. Auch die Quantenphysik hat das Bild der Physik in den letzten Jahrzehnten verändert. Sie hat neue Theorien über Materie, Zeit und Raum hervorgebracht. Diese verändern das Bild der Physik, ohne dass sie mit bisherigen konservativen Theorien immer verbunden werden können.

Auch im Bereich der Spiritualität wären neue Theorien  zu entwickeln, analog zur Quantenphysik. Wissenschaft könnte sich mit dem Ziel von Erkenntnisgewinn damit auseinandersetzen. Spiritualität ist und bleibt bedeutsamer Bestandteil unseres Lebens, auch wenn dieser von Wissenschaft bisher wenig beachtet und erforscht wird.

Offenbar gibt es eine innere Erfahrung, die weder über unsere Sinne noch über den Verstand erfahrbar ist. Auch wissenschaftstheoretisch ist diese Erfahrung (noch) nicht beweisbar. Doch wie kann ich eine innere Welt erfassen, wenn nicht über meine Sinne? Antworten hierzu versuchen die Religionen zu geben. Oder auch esoterische Theorien. Beide Bereiche sind für meine psychotherapeutische Arbeit nicht relevant, sie werden daher hier auch nicht behandelt. Zudem lehne ich esoterische Erklärungsmodelle ab, sie bringen weder erkenntnistheoretisch noch für meine psychotherapeutische Arbeit einen Gewinn.

Ich setze mich seit Jahren für Spiritualität ein, weil sie für  meine Arbeit außerordentlich förderlich ist. Wohl wissend, dass ein wissenschaftlich fundiertes Erklärungsmodell noch nicht existiert.

 

Spiritualität in meiner psychotherapeutischen Arbeit und wissenschaftliche Akzeptanz

Obwohl wissenschaftliche Beweise über die Wirkung von Spiritualität immer noch fehlen, ist Spiritualität ein wichtiger Faktor in meiner psychotherapeutischen Arbeit.

Ich habe sehr wohl ihre Wirksamkeit in der psychotherapeutischen Arbeit mit meinen Patienten kennengelernt. Ich schätze Spiritualität, weil ich gute Erfahrungen mit ihr gemacht habe und sie deshalb für einen bedeutsamen Wirkfaktor halte. Da ich als freier Therapeut nicht an bestimmte Verfahren gebunden bin, habe ich auch keine Probleme damit, in diesem Sektor zu arbeiten. Und ich sehe das ganz ähnlich wie bei einer Religion: Auch Religionen bekommen bei einem wissenschaftlichen Beweisversuch Probleme. Ich kenne keine Religion mit einem wissenschaftstheoretisch anerkannten Gottesbeweis. Dennoch besitzt Religion eine bedeutende gesellschaftliche Rolle. Darüber hinausgehend hat sie eine große individuelle Bedeutung: fester Glaube in der Religion kann große Wirkungen zeigen.

Spiritualität war immer und ist es heute noch:  Eine Domäne der freien Psychotherapie mit alternativen Therapeuten und Heilpraktikern. Aber auch die konservative Psychotherapie interessiert sich zwischenzeitlich für den Bereich der Spiritualität s. dazu auch: Psychotherapie und Spiritualität 

Inhaltlich kann sich Spiritualität ergeben, indem ich die äußere Bewusstheit nach innen richte, auf das Unbewusste in mir, auf das Unterbewusstsein. Dies kann nicht durch den Verstand geschehen, er verhindert geradezu das Öffnen des Unbewussten. Hilfreich für den Zugang  zum Unterbewusstsein ist das Binden des Verstandes durch Konzentration auf kognitive Aufaben. Indem der Verstand nun beschäftigt ist, erhält Spiritualität die Möglichkeit, sich in meinem Inneren zu offenbaren. Und dies kann durch Meditation, Kontemplation, durch Hypnose und vergleichbare Verfahren erreicht werden.

Damit ebne ich Wege in die Spiritualität. Spiritualität in meiner psychotherapeutischen Arbeit wird mit Verfahren wie Gesprächstherapie, Kurztherapie, Meditation und Hypnose angesprochen und vielfach ermöglicht. Und sie wird damit zu einer hoch wirksamen Unterstützung meiner Arbeit als Heilpraktiker für Psychotherapie.